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Thomas Berscheid 3 Min.
Ein Mann und eine Frau stehen mit ihrem Geländewagen vor einem Aldi im Kölner Norden
Ein Mann und eine Frau stehen mit ihrem Geländewagen vor einem Aldi im Kölner Norden

Expeditionsbericht aus dem Kölner Norden: Die Reise zum Aldi!

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Geschichte schildert eine seltene Aldi‑Expedition nach zwei Jahren Pause – diesmal mit dem Auto zur Filiale in Köln‑Bilderstöckchen. Schon die Anfahrt und der Parkplatz zeigen, wie sehr sich das Umfeld verändert hat: Statt einfacher Fahrzeuge stehen dort heute teure Wagen, was den Wandel der Kundschaft widerspiegelt.
  • Im Markt selbst wird der Fortschritt der letzten Jahrzehnte deutlich. Kühltheken, frische Milchprodukte, Obst und Gemüse – all Dinge, die früher als kleine Revolutionen galten. An der Kasse sitzt nun ein Mann mit Scannerkasse und Krawatte, weit entfernt vom alten Bild der Kassiererinnen, die Preise auswendig kannten und eintippten.
  • Die gekauften Produkte überzeugen qualitativ, preislich jedoch kaum günstiger als bei anderen Discountern. Auffällig ist zudem das veränderte Publikum: Statt der früher typischen Kundschaft findet sich heute ein breiter Mix – von Verkäufern bis zu Menschen im Business‑Look. Die Beobachtungen führen zur Erkenntnis, dass sich die Discounterlandschaft im Umkreis zunehmend diversifiziert.

Die Aldi-Community

Es ist nun rund 2 Jahre her, dass wir die letzte Expedition zu Aldi unternommen haben. Seinerzeit führte uns diese zu der Filiale in Köln-Niehl, unweit der damaligen Wohnung. Dieses Mal jedoch nutzten wir den mit Benzin betriebenen Wagen, um unseren Weg Richtung Aldi in Bilderstöckchen zu machen.

Nach kaum 5 Minuten Fahrt tauchte dann das gewohnte Schild auf. Die Einfahrt gestaltete sich etwas verwinkelt, aber von der Fahrerin zu meistern. Auf dem Parkplatz dann ein Bild, dass sich anders darstellte als in den 1980er Jahren, als Aldi auch noch nicht auf das Auto setzte: Es waren einige recht teure Autos dort.

Immer wieder ungewohnt, wenn man ungefähr einmal pro Jahr zu Aldi fährt: Dort gibt es Kühltheken! Mein Gott, was war das damals für eine Revolution, als es nicht mehr nur Produkte aus H-Milch gab, sondern frischen Käse und Joghurt aus der Kühlung! Und dann noch vor kurzem die Einführung von frischem Obst und Gemüse! Eine weitere Revolution!

Da konnte es kaum mehr erstaunen, dass an der Kasse ein Mann saß, der die Ware über eine Scanner-Kasse zog! Wie hat sich bei den Menschen doch das Bild der Frauen eingebrannt ins Hirn, die den Preis jedes Artikels auswendig kannten und diesen blind in die Kasse einhacken konnten! Und nun? Ein Mann mit Krawatte, förmlich. Auch nicht anders als bei Karstadt oder im Kaufhof.

Nun denn, der Salat, den ich Freitag dort erwarb, hat sich als montägliches Essen bereits bewährt. Auch die anderen Produkte ließen keinen Anlass zu Klagen. Die Preisgestaltung lässt allerdings keinen Vorteil zu einem anderen Discounter erkennen. Vergleichbares Suchtmittel (Kaffee!!!!) ist bei Plus preiswerter.

Tja, da fällt mir zum Schluss noch ein: Das Publikum! Die Aldi-Community besteht in den frühen Jahren des 21. Jh. offensichtlich nicht mehr nur aus türkischen Hausmuttern und Studenten der Sozialwissenschaften. Hatte der Aldi im Agnesviertel offensichtlich ein hohes Maß an Publikum mit einem Beruf als Lehrer, so konnte man eine Reihe von Verkäufern oder anderweitig mit Krawatte gekleidetem Äußeren sehen. Auch hier hat sich offenbar eine Änderung vollzogen.

Und was lernen wir daraus: Es wird eine Diversifizierung der Discounter im einem Umkreis von 4 km rund um unsere Wohnung geben.