Video und Audio: Bergwertung nach Serpentinen bei Gudauri
Nach dem Grand Départ der Tour de France in Georgien geht es von Tbilissi aus in die Berge. Die erste Etappe der großen Rundfahrt könnte die georgische Heerstraße entlang führen. In Gudauri, im Winter eine beliebte Destination für den Skisport, gibt es ein paar Serpentinen, in denen sich die georgische Heerstraße nach oben schraubt. Was kann dort passieren? Mehr dazu nach einer Idee von Thomas Berscheid im Video, der MP3 Audio Datei und als Text.
MP4 Video: Bergwertung nach Serpentinen bei Gudauri
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Bergwertung nach Serpentinen bei Gudauri
Es geht ein paar Meter den Fluss entlang, vor Gudauri dann rein in die Serpentinen. Gut, es sind nur 4 Kehren und damit bei weitem nicht so viele wie bei Alpe d’Huez, aber die Kandidaten für das rot-weiße Trikot machen sich auf den Weg. Mehrere Fahrer reißen aus. Wer es sein wird? Wir wissen es heute noch nicht. Ein neuer Marco Pantani? Ein neuer Jan Ullrich auf seinen Spuren? Wird in Gudauri ein neuer Stern am Himmel der Bergfahrer geboren? Vielleicht gar ein georgisches Talent, das auf seiner Heimatstrecke zeigt, was in ihm steckt? All dies ist Spekulation, aber vielleicht wird es der Traum, der hier wahr wird. Über die Kehren geht es nun nach oben, das Feld zieht sich die Länge. Über dem Aragwi steht ein Hubschrauber und produziert Livebilder, auf dem Berg gegenüber haben sich sich Fahrer mehrere Dutzend Mountain Bikes auf die Weide gesetzt und verfolgen gespannt das Geschehen auf der anderen Seite des Tales.
Hier auf dem Aufstieg darf natürlich Didi Senft nicht fehlen, der auf der Aussichtsplattform neben der Straße steht und perfekt von Hubschrauber unterhalb seines Dreizack in Szene gesetzt wird. Er springt wie gewohnt auf und ab, diesmal aber erstmal nicht zur Straße, sondern zum Tal hin, feuert die Fahrer von oben herab an. Nach rund 200 Höhenmetern sind die Kehren zu Ende, Senft läuft zur Straße und wird von einer Motorradkamera eingefangen.
Die Fahrer sortieren sich neu. Nun geht es durch Gudauri, ein beliebter Ort für den Wintersport, im Sommer eher ein trauriger Anblick, aber heute ein Fahnenmeer aller beteiligter Nationen, die Fahrer nach Georgien zum Grand Départ der Tour de France geschickt haben. Das Gebrüll der Radsportfans in Gudauri ist ohrenbetäubend. Sie laufen auf die Straße, feuern ihre Favoriten an, klatschen in die Hände, laufen ein paar Meter neben ihnen her, bis ihnen die Puste ausgeht. Die Fahrer verlassen nun das Zentrum des Wintersport, steigen die Straße weiter nach oben und passieren das Denkmal der Freundschaft mit den Russen, das an diesem Tag von Fahnen westeuropäischer Staaten und der EU verhüllt ist.