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Radfahrerbräune: das verrückteste Radrennen der Welt und die Tagesgeschichte

Radfahrerbräune: Tagesgeschichte zum Thema Radsport und Beine
Radfahrerbräune: Tagesgeschichte zum Thema Radsport und Beine
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Die Spinning Maschine und die Folgen im Hirn

Rund 4 Stunden die Woche verbringe ich auf dem Hometrainer. Meine Spinning Maschine trete ich ungefähr so viele Kilometer durch die Gegend wie bei Bridgestone Stahlmonster zu Beginn des Studiums. Im Gegensatz zum Live Straßenverkehr in Köln komme ich dabei allerdings keinen Meter voran. Dafür habe ich seit letztem Jahr einen 55 Zoll Flatscreen vor mir und nutze nach dem letzten von 2.200 Videos von der NAS nun die öffentlich-rechtlichen Mediatheken.

Da laufen dann so Filmchen über den Mythos Radsport, Jan Ullrich als wunderbar wieder Auferstandener, ein abgedrehtes 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring oder eine Doku über ein Radrennen quer durch Europa. Vollkommen abgedreht. Also genau das richtige für mich.

Eine der porträtierten Personen ist Jana Kesenheimer. Sie ist zu Anfang und zu Ende in einem Raum zu sehen und erzählt von ihrer Motivation fürs Ultracycling. Gegen Ende des Films fällt mir ein Detail auf: Sie hat Radfahrerbräune.

Radfahrerbräune nicht nur im Spiegel

Ende der 1990 Jahre habe ich das letzte Mal selber vor dem Spiegel gestanden und mir die Beine in einer kurzen Hose angesehen. Das ist einer der Punkte, bei denen ich mich heute darüber ärgere, dass es damals keine erschwinglichen Digitalkameras gab oder man nicht schnell mal eben mit dem Smartphone ein paar Bilder machen konnte. Ich selber bin nie Radrennen gefahren oder habe mit einer Mannschaft trainiert, als Einzelsportler habe ich in den 1990er Jahren mit dem Reiserad ältere Männer auf dem Rennrad abgehängt. Rasierte Beine hatte ich nie. Aber stolz auf die Beine war ich immer!

In einer anderen Sequenz ist Jana Kesenheimer zu sehen, wie sie auf dem Triathlonlenker abhängt und isst. Meiner Erinnerung eine Schnecke aus Blätterteig, noch mehr Gebäck und ein Eis. Das sehe ich, während ich gerade 120er Puls und 100er Trettakt fahre. Diese Filmsequenz drückt meiner Meinung nach perfekt aus, warum ich den Radsport liebe, auch wenn ich diesen derzeit nur auf dem Hometrainer ausüben kann. Ach, wie schön waren 2.100 km durch Frankreich und jeden Abend den Supermarkt leer kaufen… Mich hat die Spinning Maschine übrigens mittlerweile rund 15 Kilo gekostet.

Und jetzt schon zum Kern dieses Blogbeitrags: wenn ich so auf dem Hometrainer sitze, denke ich mir ja gerne gemeine Geschichten aus. So kleine Fragmente, in denen Menschen Kontakt miteinander aufnehmen, sich vielleicht auch gleich massakrieren und eine dauerhafte Freundschaft bilden. Schlüsselszenen. Nachdem ich diese Radfahrerbräune wieder gesehen habe, und diesmal nicht im Spiegel, habe ich mir überlegt, wie man eine Szene daraus gestalten könnte. Eigentlich sexuell übergriffig. Es kommt anders.

Links zur Radfahrerbräune

Mehr dazu in der Tagesgeschichte: Radfahrerbräune

Zur Radfahrerbräune

Rennen quer durch Europa: Das verrückteste Radrennen der Welt in der ZDF Mediathek