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Müller stinkt wieder: düstere Tagesgeschichte zum toten Buchhalter

Jonas und Deniz entdecken den toten Buchhalter Müller in seinem Büro
Jonas und Deniz entdecken den toten Buchhalter Müller in seinem Büro
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Idee geht mir mehr als 20 Jahre durch den Kopf 

Es gibt es Ideen, mit denen geht man 20 Jahre oder mehr durchs Leben und man findet keine Anwendung. Dann schreibt man sie endlich herunter und plötzlich purzeln die Ideen durchs Hirn. So erging es mit der Geschichte über den toten Kollegen Müller.

Seit Jahren habe ich diese Sequenz im Kopf: Ein Mann geht in das Büro eines Kollegen. Eigentlich eine stinknormale Sache, das machen Millionen Menschen in Deutschland jeden Tag. Dieser Szene hat aber etwas Besonderes. Denn der Mann, der seit mehreren Tagen in der gleichen Haltung vor dem Rechner rumhängt, ist tot.

Es gibt eine Vorlage, die mich auf diese Idee gebracht hatte, und die hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Im Film „Im Juli“ fährt Mehmet Kurtulus mit einem S-Klasse Benz über den Balkan, um seinen toten Onkel in die Türkei zu bringen. Gefilmt ist das aus der Sicht der Leiche, Isa – die Rolle des jungen Mannes – sprüht seinen Onkel mit einem Spray gegen den Gestank der Verwesung ein.

Warum fällt der Tote keinem auf?

Dieses Bild war die Grundlage für eine Geschichte. Aber was sollte ich damit anfangen? Fast ein Vierteljahrhundert hatte ich keine Idee. Dann habe ich die Geschichte angefangen zu schreiben. Und da überlegt man sich so als Autor: Warum fällt es eigentlich keinem Menschen im Betrieb auf, wenn der Buchhalter in seinem Büro langsam in Verwesung übergeht? Abends auf dem Hometrainer kam im dunklen Keller die Erleuchtung: Es gab doch zwei Fälle in Österreich mit zwei extrem korrekten Männern, von denen zumindest der eine auf seinen BMW fixiert war und der andere dadurch aufgefallen war, dass er nie etwas Persönliches mit den Kolleginnen und Kollegen geteilt hatte. Die Fälle Kampusch und Fritzl. Junge Frauen, Mädchen, deren Leben zerstört wurde.

Diese Gedanken habe ich nun in eine Geschichte verbacken. Müller stinkt wieder.

In Müllers Büro