Die Vuelta riecht nach Asphalt

Peloton bei der 4. Etappe der Vuelta 2012 in Spanien

Peloton bei der 4. Etappe der Vuelta 2012 in Spanien

Bei unserem Urlaub in Spanien kreuzte die Vuelta durch unseren Wohnort. Eigentlich hatte ich den Plan, mir dort die Sprintwertung anzusehen. Kein sehr ansehnliches Unterfangen: Das gesamte Fahrerfeld rauscht in weniger als 10 Sekunden vorbei, und das war es dann.

Es war der Tag, an dem Gedärme über unseren Wagen fielen. Das war am Ende des Vormittags. Und es dauerte bis zum frühen Nachmittag, bis wir auf dem Parkplatz des Discounters, vor dem die Vuelta vorbeiführen sollte, das Blut vom Auto waschen konnten. Also habe ich das Radrennen gut sein lassen und wir sind aus dem Ort gefahren.

 

Rund 20 km weiter fuhren wir dann über eine neu geteerte Landstraße. Die abgehenden Straßen war noch rund 50 m schön gemacht und dahinter ging brüchiger Asphalt weiter. Die Kreuzungen waren grün angemalt, so dass sie aussahen, als würde dort Gras wachsen.

Ich dachte mir: Hier geht bestimmt gleich die Vuelta lang!

Wir sind dann zu einen Dorf abgebogen, dass an einem Berghang klebte, hoch über der Provinz Riocha, mit einem hervorragenden Ausblick nach Süden auf die Weingegend. Als wir zu der Kreuzung mit der neu asphaltierten Straße zurück kommen, geht es nicht weiter. Polizisten sperren die Straße. Dafür biegen jede Menge Autos von der Straße ab und suchen einen Parkplatz. Die Meute aus den Autos hat Kameras, Stühle, Sonnenschirme und Transparente dabei. Ich geselle mich dazu, finde einen Platz an der Straße. Es ist brüllend heiß, der neue schwarze Asphalt heizt sich ordentlich auf, und durch die neue Fahrbahndecke gibt es eine hohe Kante, die sich auch noch im betonierten Entwässerungskanal fortsetzt.

Nach einer Viertelstunde nähert sich dann der Anfang der Karawane. Eine Werbefahrzeug, mehrere Polizeimotorräder. Eine Reihe von Servicewagen. Noch mehr Werbung auf Autos. Dann die Ausreißer. Mehrfach fliegen Hubschrauber über uns hinweg: Einer der von Guardia Civil, einer von der Vuelta. Dann nähert sich der Hubschrauber, der Aufnahmen aus der Luft macht, die das Hauptfeld von der Seite zeigen. Das Peloton stürmt dann auch die leichte Steigung hinauf. Braucht die gesamte Breite des Asphalts. Ich springe die Kante herunter, halte die Kamera ins Peloton. Die Kamera ist nicht mehr die jüngste, ich schaffe es in diesen Sekunden nicht, von Tele auf geringere Brennweite zu stellen. Dann ist das Hauptfeld auch schon vorüber.

Ein paar Zuschauer haben gejubelt, alles steigt jetzt in die Autos und die Schlange löst sich auf. Ich kurbele das Fenster herunter. Das Peloton ist bereits durch Haro durch, ich sehe den begleitenden Hubschrauber rund zwei Kilometer weiter schweben. Kurbele das Fenster herunter.

Die Vuelta riecht nach Asphalt.

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